Reality-Checks

Reality-Checks

Bevor Du damit beginnen kannst, die Techniken anzuwenden, mit denen Du Klarträume erzeugen kannst, musst Du noch einige Dinge beachten. Zum Beispiel, dass es herzlich wenig bringt, die MILD-Technik oder die WILD-Technik zu praktizieren, wenn Du nicht gewisse Vorbereitungen auf diese Techniken getroffen hast. Eine dieser Vorbereitungen ist das Führen eines Traumtagebuchs. Ein Traumtagebuch dient dazu, Dein Traumgedächtnis zu stärken, damit Du Dich besser an Deine Träume erinnern kannst. Denn es nützt einem nichts, einen luziden Traum zu haben, wenn man am nächsten Morgen keine Erinnerung an diesen hat. Einen ausführlichen Beitrag zum Thema „Traumtagebuch“ findest Du HIER. Genauso gestaltet es sich mit den sogenannten „Reality-Checks“ oder auf Deutsch „Realitätsüberprüfungen“.

Was sind Reality-Checks?

Ich werde Dir nun die Funktion eines Reality-Checks anhand eines Beispiels näherbringen und Dir zeigen, was passiert, wenn Du keine Reality-Checks machst:

Stell Dir doch einmal bitte folgendes vor: Du benutzt eine der oben genannten Techniken, um damit einen Klartraum zu erzeugen und es gelingt Dir glücklicherweise auch. Du merkst, dass Du träumst und überlegst Dir, was Du als nächstes unternehmen sollst. Doch plötzlich wirst Du skeptisch: „Hmm, meine Umgebung sieht genauso aus wie immer, es deutet nichts auf einen Traum hin. Es kann gar nicht sein, dass ich träume. Ich bin wach!“

Und schon war´s das mit dem luziden Traum. Da uns Träume meist so unglaublich realistisch vorkommen, fällt es uns schwer, sie von der Realität zu unterscheiden. Aus diesem Grund merken wir ja auch normalerweise nicht, dass wir träumen. Es sei denn, wir trainieren es uns an. Doch es reicht nicht, einfach bloß eine Technik zum Herbeiführen eines Klartraums zu benutzen. Es bringt Dir nämlich nichts, einen luziden Traum zu erzeugen, wenn Du kurz darauf schon wieder daran zweifelst, dass Du träumst und Dein normaler Traum einfach fortgesetzt wird.

Hier kommen die Reality-Checks ins Spiel. Im dem Du Reality-Checks machst, überprüfst Du, ob Du Dich gerade in einem Traum befindest oder nicht.

Ein Alternativende zu meinem aufgeführten Beispiel, würde Dank der Reality-Checks so aussehen:

Sobald Du merkst, dass Du träumst, führst Du einen Reality-Check durch, um zu sehen, ob Deine Vermutung stimmt. Du versuchst Dir Deinen Finger durch die Handfläche zu bohren und hoch zu springen. Wenn Dein Finger sich durch Deine Handfläche bohren lässt und Du viel höher springen kannst, als sonst, kannst Du Dir sicher sein, dass Du träumst. Jetzt steht Deinem Klartraum nichts mehr im Weg und Du kannst ihn gestalten wie Du willst.

Führe Reality-Checks durch

Gehe so vor, wie ich es schon im Alternativbeispiel beschrieben habe. Suche Dir zwei bis drei Reality-Checks aus, die Dir besonders gut gefallen und die für Dich persönlich am einfachsten umzusetzen sind. Ich werde Dir weiter unten im Text mögliche Reality-Checks vorstellen, aber an die musst Du Dich natürlich nicht halten. Du kannst Dir nämlich auch Deine ganz persönlichen ausdenken.

Nutze entweder die MILD-Technik oder die WILD-Technik, um einen Klartraum herbeizuführen (den Beitrag zur MILD-Technik findest Du HIER und den zur WILD-Technik findest Du HIER). Sobald Du merkst, dass Du träumst, nutze Deine Reality-Checks und prüfe, ob Du tatsächlich träumst. Wichtig dabei ist, dass Du die Reality-Checks in der Erwartung durchführst, dass sie funktionieren. Wenn Du nämlich einfach denkst: „Okay, dann versuche ich mir halt den Finger durch meine Hand zu bohren, wird aber eh nicht klappen“, dann wird es das auch nicht. Wir steuern unsere Träume mit der Kraft unserer Gedanken. Deshalb können wir unsere Träume ja überhaupt erst kontrollieren und verändern. Wenn wir also denken: „Das klappt doch sowieso nicht“, dann wird dieser Fall auch eintreten. Aus diesem Grund musst Du fest davon überzeugt sein, dass Dein Reality-Check/Deine Reality-Checks funktionieren wird/werden.

Denn stell Dir vor, Du machst sogar extra Reality-Checks, um sicherzugehen, dass Du träumst. Letztendlich denkst Du in Deinem Traum dann aber doch, dass Du wach bist, weil die Realitychecks nicht funktionieren. Und das alles nur, weil Du nicht von ihnen überzeugt warst. Wie ärgerlich wäre das denn?

Reality-Checks auch tagsüber

Wir träumen oft von den Dingen, die wir am Tag zuvor erlebt haben, weil unser Gehirn diese Dinge so besser verarbeiten kann. Daher spiegeln Träume oftmals unseren Alltag wieder (natürlich nicht immer). Wenn wir regelmäßig Fußball spielen, ist es viel wahrscheinlicher, dass wir oft davon träumen, als wenn wir kaum oder gar nicht Fußball spielen. Genauso ist es mit Reality-Checks. Je öfter wir sie tagsüber durchführen, desto öfter werden wir davon träumen, welche durchzuführen. Nur wird im Traum der Unterschied vorhanden sein, dass sie funktionieren werden und wir durch sie erkennen werden, dass wir träumen. Das bedeutet, Reality-Checks sind nicht nur hilfreich, um zu überprüfen, ob man tatsächlich träumt, wenn man vermutet, dass man es tut, sondern können uns auch dabei helfen, überhaupt erst zu merken, dass wir träumen und somit einen luziden Traum herbeizuführen.

Das funktioniert aber wie gesagt nur, wenn wir die Realitychecks regelmäßig und am besten mehrmals täglich machen. Nur so können wir uns an sie gewöhnen und nur so ist es wahrscheinlicher, dass wir sie auch im Traum durchführen.

Auch hier ist es enorm wichtig, sich im vollen Ernst die Frage zu stellen, ob man wach ist oder träumt. Denn wenn man sich in der Wachwelt mit der Einstellung: „Klappt eh nicht, ich bin wach“ versucht, den Finger durch die Handfläche zu bohren, dann wird man das in seinem Traum nicht anders machen. Man gewöhnt sich daran, die Reality-Checks einfach so zu machen, ohne sie ernst zu nehmen und das ist kontraproduktiv. Also mach sie voller Überzeugung fünf bis zehn Mal am Tag, um Dich an sie zu gewöhnen (anfangs kannst Du sie auch erst mal seltener machen, später kannst Du die Zahl der Checks am Tag dann steigern). Verwende unterschiedliche Reality-Checks, für den Fall, dass einer aus irgendeinem Grund nicht funktionieren sollte. Doppelt hält besser.

Zu Beginn wird es schwer sein, sich ernsthaft die Frage zu stellen, ob man wach ist, oder träumt und daran zu glauben, dass der Reality-Check funktioniert, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran, so wie an alle Dinge im Leben. Und glaub mir, es lohnt sich, sich an diese Sache zu gewöhnen, da Du durch sie viele wundervolle Klarträume erleben wirst!

Die besten Situationen für Reality-Checks

Es gibt zwei Momente, die sich am besten dazu eignen, Reality-Checks durchzuführen:

1.) Führe immer dann Reality-Checks durch, wenn Du etwas Alltägliches oder Regelmäßiges unternimmst. Um es Dir anhand des Fußballbeispiels nochmal zu verdeutlichen: wenn Du oft Fußball spielst und dementsprechend auch immer mal wieder davon träumst, mach immer dann Reality-Checks, wenn Du Fußball spielst. Dadurch triggerst Du Dein Gehirn, immer einen Check zu machen, wenn Du Fußball spielst. Daher wirst Du das auch mit etwas Übung bald dann tun, wenn Du in einem Traum Fußball spielst und somit erkennen, dass Du träumst.

2.) Führe immer in merkwürdigen Situationen Reality-Checks durch. Da in Träumen oft merkwürdige oder nicht alltägliche Dinge passieren, solltest Du Dir im Wachzustand angewöhnen, immer dann einen Reality-Check zu machen, wenn etwas anders ist, als sonst. Wenn Du einen Freund besuchst, den Du schon lange nicht mehr gesehen hast, oder wenn Du in den Urlaub fährst, oder aber wenn es nach drei Wochen Sonne, plötzlich gewittert. Dadurch gewöhnst Du Dir an, in Situationen, die anders sind als sonst, Deinen Bewusstseinszustand zu überprüfen. Und da in Träumen sehr viele Situationen alles andere als alltäglich sind, wirst Du nach genug Übung quasi gar nicht drum herum kommen, im Traum einen Reality-Check zu machen und zu merken, dass Du träumst.

Verschiedene Beispiele für Reality-Checks

Ich nenne Dir nun einige Möglichkeiten, Deinen Bewusstseinszustand zu überprüfen. Du kannst Dir aber auch natürlich eigene Reality-Checks ausdenken.

Zeigefinger durch Handfläche bohren: Diesen Reality-Check habe ich bereits öfter genannt. Versuche Dir Deinen rechten Zeigefinger durch Deine linke Handfläche zu bohren oder umgekehrt.

Mit geschlossener Nase atmen: Halte Dir die Nase mit Deinen Fingern zu und schließe Deinen Mund. Versuche nun zu atmen. Wenn es klappt, dann träumst Du.

Fliegen: Versuche abzuheben. Du musst ja nicht gleich davonfliegen. Es reicht schon, wenn Du einen kurzen Moment länger in der Luft bist, als es normalerweise möglich ist. Genauso ist es übrigens beim Springen, was Du auch als Reality-Check nutzen kannst.

Lesen: Versuche irgendwas zu lesen. Wenn es nicht klappt, träumst Du. Wenn es doch klappt, heißt das jedoch nicht gleich, dass Du wach bist. Schaue einen kurzen Moment weg und versuche, den gleichen Text nochmal zu lesen. Wenn dort plötzlich etwas anderes steht oder die Buchstaben verschwimmen, träumst Du. Dasselbe kannst Du auch mit einer digitalen Uhr machen. Wenn sich die Uhrzeit verändert oder gar nicht erst lesbar ist, träumst Du.

Drehen: Dreh Dich. Wenn sich die Umgebung durch das Drehen verändert, verschwimmt oder wackelt, dann träumst Du (naja, oder bist betrunken).

Unter Wasser atmen: Wenn Du in der Nähe eines Flusses, Sees oder Meeres bist, geht natürlich auch dieser Reality-Check. Es gibt natürlich noch viel mehr Variationen von Reality-Checks.

Ich habe Dir hier jedoch die bekanntesten präsentiert und die, die bei den meisten Menschen am besten funktionieren. Ich persönlich benutze am liebsten den „Finger-durch-Handfläche“-Check und den „Mit-geschlossener-Nase-atmen“-Check. Probiere Dich einfach mal durch und finde oder erfinde Reality-Checks, die sich für Dich am besten eignen!

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